Die italienische Sprache in Zahlen

    Florenz
    Von Sara Cavallari

    Der internationale Tag der Muttersprache wurde auf Vorschlag der UNESCO im Jahre 2000 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Zentrales Anliegen ist der Erhalt der sprachlichen und kulturellen Vielfalt sowie die Förderung der Mehrsprachigkeit bei Kindern und Erwachsenen. Vor allem für die 6000 Sprachen, die weltweit vom Aussterben bedroht sind, ist ein Bewusstsein über den kulturellen Wert von Sprachen von maßgeblicher Bedeutung.

    Im Jahre 2017 hat das italienische Verfassungsgericht die italienische Sprache zum Kulturgut des Landes erklärt. Der italienische Ministerpräsident, Paolo Gentiloni, dazu:

    La diffusione dell'italiano è un pezzo della politica estera del nostro Paese. Perché la lingua è il veicolo attraverso cui passano la nostra cultura, i nostri valori, la nostra visione del mondo

    Wir von der Adesso-Redaktion haben als kleine Hommage an die italienische Sprache einige Fakten zusammengetragen, die Muttersprachler und Italien-Fans gleichermaßen interessieren: Wie viele Menschen weltweit sprechen oder lernen Italienisch? Und wo? Wer waren die italienischen Literaturnobelpreisträger? Wie viele italienische Wörter gibt es im Deutschen und umgekehrt?

     

    Platz 21

    belegt Italienisch auf der Rangliste der meistgesprochenen Sprachen der Welt. In folgenden Ländern ist Italienisch flächendeckend oder regional eine offizielle Amtssprache: Italien, San Marino, Vatikanstaat, Schweiz, Slowenien, Kroatien und Malta. In der Rangliste der meistgesprochenen Sprachen in der EU steht Italienisch – zusammen mit dem Englischen –  auf Platz zwei. 13 % der EU-Bürger haben Italienisch als Muttersprache. Angeführt wird die Rangliste übrigens vom Deutschen, mit 16 %.

    Rund 87 Millionen

    Sprecher verzeichnet die italienische Sprache. Davon sind ungefähr 62 Millionen Muttersprachler, von denen 55 Millionen in Italien und etwa 7 Millionen im Ausland leben (man denke beispielsweise an die vielen italienischstämmigen Einwanderer in Argentinien, Australien oder Costa Rica).

    Platz 4

    besetzt Italienisch nach Englisch, Spanisch und Chinesisch unter den am häufigsten gelernten Fremdsprachen weltweit. Mehr als 2.000.000 Menschen lernen laut der letzten Datenerhebung weltweit Italienisch als Fremdsprache. 41,88 % davon befinden sich in der EU, 18,25 % in Asien und Ozeanien, 11,83 % in Nordamerika, 11,54% in Südamerika, 8,27 % in europäischen Nicht-EU-Staaten, 7,34 % im Mittelmeerraum und im Nahen Osten und 0,89 % in Afrika südlich der Sahara.

    Worauf ist diese Beliebtheit der italienischen Sprache zurückzuführen? Italienisch wird nicht nur aus persönlichem Interesse, sondern auch aus beruflichen Gründen gelernt. Schließlich genießen einige Sektoren der italienischen Wirtschaft ein besonderes Prestige: Man denke an die Mode, den Design, die Gastronomie oder an einige Technologiebranchen.

    83

    italienische Kulturinstitute (Istituti Italiani di Cultura) gibt es weltweit. Diese sind wichtige Begegnungsorte für im Ausland lebende Italiener, für Intellektuelle und Künstler sowie für all diejenigen, die eine Beziehung zu Italien und der italienischen Sprache pflegen möchten.

    In Deutschland gibt es fünf italienische Kulturinstitute: jeweils in Berlin, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.

    6

    italienischen Schriftstellern (darunter eine Schriftstellerin) wurde bisher der Literatur-Nobelpreis verliehen:

    • Giosuè Carducci, 1906.

    • Grazia Deledda, 1926.

    • Luigi Pirandello, 1934.

    • Salvatore Quasimodo, 1959.

    • Eugenio Montale, 1975.

    • Dario Fo, 1997.

    7 %

    der deutschen Wörter stammen aus dem Italienischen. Viele Italianismen kommen aus der Seefahrt (Mole, Barke), dem Handel (Bilanz, Kapital, Risiko), der Kunst und Musik (Tempobezeichnungen wie Adagio, Allegro, Andante und Presto), dem Bereich Lifestyle (Dolce Vita), und natürlich der Gastronomie (Pasta, Mascarpone, Risotto, Cappuccino).

    708

    deutsche Wortentlehnungen hat das Italienische. Ein paar Beispiele? Birra, minnesänger, stoccafisso (Stockfisch), lanzichenecco (Landsknecht).

     

    Sie möchten mehr über die italienische Sprache erfahren?

    In unserem Artikel „Vom Dialekt zur Nationalsprache“ erfahren Sie mehr über Sprachgeschichte, Literatur und italienische Dialekte.

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