Vokabellernen mit der Post-it-Methode

    Lernen mit Haftnotizen
    Von Sara Cavallari

    Das klassische Pauken von Vokabeln, bei dem nur mechanisch unzusammenhängende Wörter wiederholt werden, ist uneffektiv – das ergeben neue Erkenntnisse der Neurolinguistik. Das weit verbreitete Auswendiglernen ist schlicht und einfach nicht mit der Funktionsweise des menschlichen Gehirns vereinbar.

    Daher müssen wir uns neue Möglichkeiten suchen, um uns Vokabeln einzuprägen. Probieren Sie doch einmal die Post-it-Methode aus!

    Zu Hause oder in Ihrem Sprachkurs – alles, was Sie dazu benötigen, sind Haftnotizen.

    Gut zu wissen: Die Haftnotizen bieten Ihnen eine sehr gute visuelle Unterstützung und können im Raum beliebig verteilt werden.

    Tapezieren Sie Ihre Wohnung mit Haftnotizen

    Die Post-it-Methode eignet sich besonders gut dafür, Vokabeln zum Thema Haus/Wohnung oder Klassenraum zu lernen.

    So funktioniert’s:

    • Überlegen Sie sich, welche Wörter für Sie relevant sind und an welchen Stellen der Wohnung Sie sich häufig aufhalten.

    • Schreiben Sie die Vokabeln auf Haftnotizen und kleben Sie diese auf die entsprechenden Gegenstände. So können Sie etwa das Wort il frigorifero auf den Kühlschrank, lo specchio auf den Spiegel oder la lavagna an die Tafel kleben. Sie entscheiden, welche Informationen Sie zusätzlich hinzufügen möchten.

    • Es ist sinnvoll, männliche und weibliche Substantive farblich zu kennzeichnen oder sie mit dem Artikel oder der Pluralform zu versehen.

    • Wenn Ihnen ein Wort Probleme bei der Betonung bereitet, können Sie dieses beispielsweise mit einem Punkt unter dem betonten Vokal markieren, wie etwa in frigorịfero.

    • Schreiben Sie sich auch die deutsche Übersetzung dazu.

    Sie können Ihre Wohnung nach Lust und Laune mit Haftnotizen tapezieren und werden jedes Mal, wenn Sie auf den Gegenstand blicken und eine Handlung vollziehen, an die Vokabel erinnert. Versuchen Sie, das Wort dabei laut vorzulesen!

    Die Post-it-Methode für Fortgeschrittene

    • Ergänzen Sie die Vokabel durch ganze Sätze, indem Sie weitere Haftnotizen dazu kleben und das beschreiben, was Sie gerade tun.

    • So entstehen Sinnzusammenhänge und Sie lernen die Wörter in ihrem grammatikalischen Gefüge: Il frigorifero wird dann zu Apro il frigorifero (= Ich öffne den Kühlschrank), lo specchio zu Mi guardo allo specchio (= Ich schaue in den Spiegel).

    Vielleicht sind Sie nach einer Woche sogar schon in der Lage, längere Sätze zu bilden: Apro il frigorifero nuovo (= Ich öffne den neuen Kühlschrank) oder Ogni mattina mi guardo allo specchio (= Jeden Morgen schaue ich in den Spiegel).

    Seien Sie ruhig kreativ bei der Formulierung der Sätze! Mit der Zeit können Sie versuchen, die Sätze immer weiter auszubauen oder gelernte Vokabeln durch neue zu ersetzen.

    Vokabellernen: Mindmap-Methode mit Haftnotizen

    Eine weitere Möglichkeit, Klebenotizen zu verwenden, ist die assoziative Methode des Mindmappings. Die Übung kann in Einzelarbeit oder als Gruppenarbeit erfolgen.

    So funktioniert’s:

    • Erstellen Sie zum Beispiel an der Tafel oder einem Flipchart eine Art Baumdiagramm oder Wortnetz, in dem bestimmte themenverwandte Vokabeln miteinander verknüpft werden.

    • Beginnen Sie mit der Wahl eines Hauptthemas oder Oberbegriffs, den Sie in die Mitte platzieren.

    • Sammeln Sie dazu thematisch passende Vokabeln – hierzu können Sie auch ein Wörterbuch verwenden –, notieren Sie diese auf Haftzetteln und kleben Sie sie von der Mitte ausgehend vom Allgemeinen zum Spezifischen. So bekommen Sie eine gute Übersicht zum Thema, die sich aus Ober- und Unterbegriffen zusammenstellt und die Sie immer weiter verfeinern können.

    Eine sehr gute Grundlage für die Erstellung einer Mindmap bieten Ihnen die Artikel von Adesso oder Adesso online. In jedem der Beiträge finden Sie Vokabeln zu einem bestimmten Thema und können diese übernehmen und ergänzen.

    Warum das Vokabellernen mit Post-its so gut funktioniert

    Stößt das menschliche Gehirn auf neue Informationen, versucht es, diese an bereits vorhandenes Wissen und bisherige Erfahrungen anzuknüpfen – es funktioniert demnach assoziativ. Das Gleiche geschieht, wenn ein neues Wort gespeichert werden muss.

    Ein Forscherteam der University of California in Berkeley (USA) hat eine semantische 3D-Karte des menschlichen Gehirns erstellt, auf der ersichtlich ist, in welchen Hirnarealen welche Wörter gespeichert werden. Diese zeigt, dass Wörter nach Sinnzusammenhängen organisiert werden: „Zahlen”, „Orte”, „Zeit”, „Soziales” oder „Visuelles” sind dabei nur einige der daraus resultierenden thematischen Wortfelder. Ein und dasselbe Wort kann dabei je nach seinen unterschiedlichen Bedeutungen mehrmals in verschiedenen semantischen Kategorien gespeichert werden.

    Es liegt also nahe, neue Vokabeln kontextbezogen und nicht isoliert zu lernen, damit das Gehirn sie besser einordnen kann. Mit Haftnotizen können Sie diese Landkarte des Gehirns auf praktische Weise reproduzieren!

     

    Testen Sie sofort diese Methode mit einem unserer Artikel!

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